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Rohstoffverknappung: SKZ arbeitet an substituierenden Kunststoffen.

Rohstoffverknappung: SKZ arbeitet an substituierenden Kunststoffen.

Die Preise für spezielle Kunststoffe steigen. Das Angebot ist knapp. Bisherige Recyclingtechnologien können die Nachfrage gar nicht oder nur schwierig substituieren. Das betrifft insbesondere die Verpackungen für Lebensmittel, Medizin- und Labortechnik sowie Kunststoffteile in der Automobilindustrie. Deshalb kommt der Materialforschung und -entwicklung am SKZ jetzt besondere Bedeutung zu.

In Ihrer jüngsten Pressemitteilung am 10. Mai 2021 meldet die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. von weiterhin fehlenden Rohstoffen und sprunghaften Preissteigerungen für Kunststoffverpackungen. Damit stehen Lieferketten und Partnerschaften in der kunststoffverarbeitenden Industrie seit Jahresbeginn massiv unter Druck. In einer Umfrage des Verbandes haben inzwischen vier von fünf Betrieben angegeben, dass es zu Einschränkungen in der Produktion bzw. zu Ausfällen gekommen ist. Auch die Rohstoffpreise für die Herstellung von Kunststoffen sind um bis zu 60 % gestiegen. Eine Ursache hierfür ist die besonders starke Nachfrage aus Asien. Insbesondere die Rohstoffhersteller der aus den USA und Saudi Arabien haben ihre Lieferwege nach Fernost „umgelenkt“ und begründen dieses Handeln mit einer „Höhere Gewalt“ Klausel. Besonders betroffen sind Verpackungen für Lebensmittel sowie Produkte der Medizin- und Labortechnik. Auch die heimische Automobilherstellung ist stark betroffen. Neben der Lieferengpässe für Halbleiter, steigender Stahlpreise kommen jetzt zusätzlich erhebliche Probleme bei der Beschaffung von spezifischen Polymeren für Kunststoffbauteile dazu.

Um diese knappen Rohstoffe für Kunststoffe zu substituieren, arbeiten am SKZ Ingenieure und Wissenschaftler daran, mit verfügbaren Polymeren, Recyclingprodukten, funktionalen Füll- und Verstärkungsstoffen sowie mit Additiven, möglichst universelle oder kundenspezifische Compounds zu erstellen. Die Kernkompetenz des SKZ, die Kenntnisse über physikalische und chemische Zusammenhänge für die Analyse und Entwicklung von Kunststoffen leisten hier wertvolle Dienste. Die Rezepturen werden durch Spezialverfahren entwickelt und hergestellt. Optional kommen Labormaschinen zum Einsatz, deren erfolgreiche Musterproduktion später auf den Industriemaßstab übernommen werden kann.
Die Materialentwicklung am SKZ begleitet die Kunststoffe über den Produktlebenszyklus und berücksichtigt die weitere Verwendung oder die Verwertung für Recycling.
Im Bereich der Biopolymere hat das SKZ seit vielen Jahren nachhaltige und zukunftsfähige Lösungen entwickelt. Abhängig vom Rohstoff und der Abbaubarkeit unterscheidet man zwischen biobasierten und bioabbaubaren Kunststoffen. Der größte Vertreter der Biopolymere ist Polylactid der überwiegend als Verpackungsmaterial eingesetzt wird. Doch auch in anderen Bereichen wie Automobil, Elektronik und Kosmetik finden Biopolymere inzwischen Anwendung.

Mit der Forschung und Entwicklung neuer, nachhaltiger, recycelbarer und zukunftsfähiger Kunststoffe leistet das SKZ einen wichtigen Beitrag für die Umwelt und für die heimische Wirtschaft.